Thunder IDE Interface

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Thunder IDE Interface
Technische Daten
Plattform Atari TT
Typ Speicher-Erweiterung / IDE-Interface
Anschluss TT-RAM-Steckplatz (96-polige Federleiste)
Abmessungen 7,1 × 9,9 cm
Hersteller / Entwicklung
Entwickler Pakman, Tuxie, Gaga
Jahr 2016
Revisionen A (Prototyp), B (1.0), C, D
Firmware 363 (Stand: 05.08.2017)



Allgemein

Die Thunder ist ein IDE-Interface für den Atari TT, das den Anschluss von IDE-Geräten ermöglicht — darunter Festplatten, CD-ROM-Laufwerke, CF-Karten und SSDs. Unterstützt werden handelsübliche IDE-zu-CF- und IDE-zu-SATA-Adapter.

Die Karte wird auf den internen TT-RAM-Steckplatz (96-polige Federleiste, vor dem Netzteil) aufgesteckt. Zum Betrieb sind lediglich zwei Signalleitungen zum Mainboard erforderlich. Der TT-RAM-Steckplatz wird durchgeschleift, sodass gleichzeitig weitere Erweiterungen — z.B. die Storm-Fastram-Karte — betrieben werden können.

Die Thunder wurde 2016 als Neuentwicklung von Pakman, Tuxie und Gaga realisiert und ist handgefertigt (SMD-Reflow-Verfahren).

Features

  • IDE-Interface für 1 oder 2 Geräte (Master/Slave)
  • 100 % kompatibel zum IDE-Bus des Atari Falcon
  • Übertragungsrate bis zu 5.750 KB/s (getestet mit CF-Karte)
  • Gepufferte Daten-, Adress- und Steuerleitungen (Schutz des TT-Buses)
  • Durchgeschleifter TT-RAM-Steckplatz für weitere Erweiterungen
  • Zentrales Element: programmierbarer Logikbaustein (CPLD) von Xilinx
  • 3 Betriebsmodi per Jumper wählbar: Falcon-kompatibel, ByteSwap, SmartSwap
  • Funktion auch in beschleunigten TT (getestet: 20 MHz Bus, 40 MHz CPU)
  • Besondere Unterstützung durch HDDriver ab Version 10 (Laden in Fastram möglich)
  • Kompakter Aufbau: 7,1 × 9,9 cm, SMD-Bauweise
  • Mehrere Thunder-Karten gleichzeitig betreibbar (spezielle Firmware erforderlich)

Beschreibung der Platine

Thunder IDE Interface — Oberseite Thunder IDE Interface — Unterseite

Bauteil Funktion
Federleiste (Unterseite) Durchgeschleifter TT-RAM-Anschluss (vergoldete Kontakte)
40-poliger Wannenstecker IDE-Anschluss (gegen Verpolung kodiert)
JP1–JP6 Jumperblock (links unten), siehe Jumpersettings
LED1 (grün) Betriebsbereitschaft
LED2 (rot) IDE-Bus-Zugriff (ab Rev. C nach außen verlegbar)
Con3 (rechts) Anschluss der Signalleitungen /INT und XDS1 zum Mainboard
Con4 + GND/+5V (links oben) CPLD-Programmierung — nicht verwenden

Auf einigen Thunder-Karten befinden sich kleine Hardwarepatches — diese bitte unverändert belassen.

Hardwarerevisionen und Firmware

Es existieren vier Hardwarerevisionen:

Revision Bezeichnung Anmerkung
Rev. A Prototyp erste Ausführung
Rev. B Version 1.0 erste Serienversion
Rev. C LED2 nach außen verlegbar
Rev. D aktuelle Version (Stand: 15.09.2017)

Alle Revisionen sind funktional identisch und unterscheiden sich nur geringfügig im Aufbau.

Aktuelle Firmware: 363 (Stand: 05.08.2017)

Diese Version enthält Timing-Verbesserungen für vereinzelte TT, bei denen ältere Firmware-Versionen Probleme verursachte. Thunder-Karten ohne Probleme benötigen kein Update. Die verwendete Firmware-Version ist in der Regel auf der Rückseite der Karte vermerkt.

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Einbau

Schritt 1: Karte einstecken

Die Thunder wird gleichmäßig in den TT-RAM-Steckplatz gedrückt. Auf korrekten Sitz achten. Bei Bedarf kann die Karte mit zwei Schrauben am Mainboard fixiert werden. Eine separate Stromversorgung ist nicht notwendig — die Spannungsversorgung erfolgt über den Erweiterungssteckplatz.

Hinweis für TT mit Daughterboard oder PGA-CPU: Die Unterseite der Thunder sollte zur Vermeidung von Kurzschlüssen isoliert werden (z.B. mit Kaptonband).

Schritt 2: Signalleitungen verbinden

Con3 auf der Thunder Kabelverlegung auf dem Mainboard

Zwei Kabel verbinden Con3 (rechts auf der Thunder) mit dem Mainboard. Pin1 und Pin4 sind Massekontakte zur optionalen Abschirmung.

Signal Con3-Pin Mainboard-Anschlusspunkt
/INT Pin 2 Pin 10 der DMA-Buchse oder Widerstand R311 (bei Daughterboard/PGA-CPU: rechte Seite von R311)
/XDS1 Pin 3 MFP Pin 50 oder Pin 16 der Reihe C der ST-RAM-Karte (vorderer Konnektor)

Merkhilfe zur Kabelbelegung:

  • /INT ist der hintere Pin auf der Thunder → Signalleitung kommt von hinten auf dem Mainboard
  • XDS1 ist der vordere Pin auf der Thunder → Signalleitung kommt von vorn auf dem Mainboard

Kabel so kurz wie möglich halten. Original liegen konfektionierte, farbige Kabel bei.

Schritt 3: TOS-Patch für IDE-Boot

Thunder/Storm-Bootlogo IDE-Patch Info im Desktop TOS 3.06 mit Patches

Mit dem originalen TOS 3.06 kann nur von Diskette gebootet werden — ein TOS-Patch ist für das Booten von IDE erforderlich. Weitere Informationen und Bezugsquelle: atari-home.de Forum.

Das gepatchte TOS 3.06 (WinX 2.3n, Arrowfix, SHBuffer, BPatch, RamSizeFit, NewLogo, IDE-Boot) ist verfügbar in: Deutsch, Englisch (UK/US), Französisch, Spanisch, Schwedisch. Weitere Infos: stcarchiv.de.

Nach dem Einbau des TOS-Patches erscheint beim Start das ThunderStorm-Logo und der Desktop-Info-Dialog zeigt einen entsprechenden Hinweis.

Funktionstest

JP1 vom Jumperblock ziehen (= Thunder disabled) — der TT muss sich genauso verhalten wie ohne gesteckte Thunder. Damit ist sichergestellt, dass die Karte korrekt sitzt und verkabelt ist.

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Konfiguration

Jumpersettings

Jumperblock JP1–JP6

Jumper Funktion Standard
JP1 IDE-Interface: on = aktiv, off = deaktiviert on
JP2 Kabeltyp: on = gedrehtes Kabel (ByteSwap), off = normales Kabel off
JP3 SmartSwap: on = aktiv, off = deaktiviert off
JP4 Geschwindigkeit: on = Slow Mode, off = High Speed off
JP5 Diagnose: on = aktiv, off = Normal off
JP6 Reserviert (zukünftige Erweiterungen)

Standardeinstellung: JP1 gesetzt, alle anderen offen.

ByteSwap (JP2)

Im ByteSwap-Modus werden die Datenleitungen des IDE-Kabels verdreht (oberes und unteres Byte vertauscht). Dies ermöglicht das direkte Lesen von am PC erstellten Partitionen am TT ohne CPU-seitiges Software-Byteswap — und spart damit Rechenzeit.

Voraussetzung: Treiber mit ByteSwap-Unterstützung (z.B. von ppera).

SmartSwap (JP3)

SmartSwap ist eine Weiterentwicklung des ByteSwap: Bytes werden nur bei tatsächlichen Nutzdaten-Übertragungen vertauscht, nicht bei Steuerdaten. Dadurch ist kein spezieller Treiber erforderlich — HDDriver unterstützt diesen Modus direkt.

Anwendungsfall: Datenträgertausch zwischen Atari TT und Windows-PC oder Mac (z.B. mit CF-Karten). Dazu JP1 und JP3 auf on.

Hinweis: Die Partition muss Windows-kompatibel angelegt worden sein. HDDriver darf dabei kein ByteSwap verwenden, sonst ist kein Booten von C: möglich.

Slow Mode (JP4)

Für ältere IDE-Geräte mit geringerer Timing-Toleranz. Empfehlung: off (deaktiviert). Nur bei Kompatibilitätsproblemen aktivieren.

Betriebsmodi im Überblick

JP2 JP3 Modus Beschreibung
off off Falcon-Standard Identisch zum IDE-Interface des Atari Falcon
off on SmartSwap Datenbytes werden geswappt, außer bei IDENTIFY DEVICE (wie Suska)
on egal ByteSwap (Twisted) Datenleitungen vollständig verdreht, nach ppera-Vorschlag

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Performance

HDDriver 10 — Einstellungen Geschwindigkeitstest 5750 KB/s Messung

Die beste Performance wird in Kombination mit der Storm-Fastram-Karte erreicht, wenn der Festplattentreiber in den Fastram geladen wird.

Erreichbare Übertragungsraten (Testprogramm: Xferrate):

Konfiguration Rate
Thunder + Storm + HDDriver im Fastram bis zu 5.750 KB/s
Atari Falcon (Vergleichswert) ca. 1.400 KB/s

HDDriver ab Version 10 bietet unter Datei → HDDRUTIL-Einstellungen die Option HDDRIVER.SYS in Alternate RAM, die diese Beschleunigung ermöglicht. Zusätzlich kann unter Einstellungen → SCSI-Treiber → beschleunigter Modus für IDE-Geräte ein Geschwindigkeitsvorteil von ca. +400 KB/s (auch bei CF-Karten) erreicht werden.

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Einbaubilder

Weitere Informationen: atari-home.de Forum

Thunder eingebaut (mit Isolation zum Daughterboard)

Thunder eingebaut Signalleitungen /INT und XDS1

/INT-Signalleitung — TT mit Daughterboard oder PGA-CPU

/INT Ausgangspunkt /INT anlöten an R311 (rechte Seite)

/INT-Signalleitung — TT mit aufgelöteter QFP-CPU

/INT Ausgangspunkt QFP /INT anlöten an R311 (hintere Seite)

XDS1-Signalleitung (alle TT)

XDS1 anlöten

XDS1 alternativ (TT mit gelöteter PLCC MC68901)

XDS1 an Pin 50 anlöten

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Thunder und Storm in Kombination

Thunder und Storm kombiniert Ansicht links oben Ansicht links Ansicht links unten Huckepack-Montage Ansicht hinten

Weitere Informationen und Bilder: Storm

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Revisionen und getestete Adapter

Revision A (Prototyp) Revision D (aktuell)

IDE zu Dual CF (Master/Slave) IDE zu SATA

Getestete und empfohlene Adapter:

  • IDE zu Dual CF (Master/Slave)
  • IDE zu SATA


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