Afterburner040

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Afterburner040 mit 68040 CPU und PS/2-Sockel für Alternate RAM

AB040-Hardware

Der Afterburner040 oder kurz AB040, ist ein sehr schneller Beschleuniger für den Atari Falcon 030. Er ist mit einer Motorola MC68040-CPU mit on-chip FPU ausgestattet. Die Geschwindigkeitssteigerung ist beträchtlich, v.a. durch die Kombination 040 und CPU-lokalem 32-Bit-breitem RAM. Der AB040 wurde von der Firma GE Soft entwickelt, hergestellt und vertrieben.

Merkmale

  • Ein 32 Bit breites Alternate RAM, das bis zu 64 MB RAM erweitert werden konnte, indem 2 × 32 MB RAM PS/2 SIM-Module in die PS/2-Sockel gesteckt wurden.
  • Je nach Busgeschwindigkeit des Atari Falcon lief der MC68040 Prozessor mit bis zu 40 MHz.
  • Durch die Anpassung des AB040-Toolkits kann auf dem durchgeschleiften Falcon-Erweiterungssteckplatz eine NOVA-Grafikerweiterung gesteckt werden.

Einbau

Der AB040 passt nicht ins originale Atari-Falcon-Gehäuse, deshalb ist ein Tower-Umbau oder eine andere Gehäusevariante wie z. B. der DeskTopper erforderlich.

Werkzeuge

  • Lötkolben
  • Elektroniker-Lötzinn
  • Kreuzschlitz-Schraubendreher
  • Schlitz-Schraubendreher
  • Flachzange
  • Seitenschneider
  • Eine etwas längere Nadel oder besser eine dicke Kanüle aus der Apotheke
  • Stück Kupferlitze
  • Lupe

Öffnen und zerlegen

Mit dem Kreuzschlitz-Schraubendreher sind alle Schrauben auf der Unterseite des Falcons zu entfernen, außer denen unter Floppy. Sind alle Schrauben entfernt kann der Deckel des Falcons abgenommen werden. Unter dem Deckel findet sich das Abschirmblech. Mit der Flachzange ringsum die umgebogenen Laschen wieder gerade biegen und die Schrauben lösen, dann kann das Blech langsam abgenommen werden (Vorsicht Lautsprecherkabel!). Nachdem dies geschehen ist kann es mit dem Einbau los gehen.

Kabelpeitsche anlöten

Man nehme nun die im Lieferumfang enthaltene Kabelpeitsche und trenne die einzelnen Kabel von einander. Die Kabel werden an die 4 GALs auf der Vorderseite links neben dem Realtime-Clockchip angelötet. Um die Kabelwege so kurz wie möglich zu halten, lege man die AB040 an ihren dafür vorgesehenen Platz auf den Expansionsport. Nun nehme man die Kabelpeitsche und längt das Kabel mit genügend Reserve, aber nicht zu lang, ab.

Kabelpeitsche
Farben der Kabelpeitsche

Das schwarze Kabel kann man vorerst bis zum Stecker vom Kabelband trennen, dies ist die 32 MHz Taktleitung und wird angelötet wenn der AB040 steckt.

Nun werden die Kabelenden abisoliert und verzinnt. Beim Anlöten darauf achten das die Sockel nicht mit den GALs verlötet werden, sondern wirklich nur an den GALs anlöten.

Als nächstes werden die einzelnen Adern an die 4 GALs der Bus-Emulation angelötet.

  • Pin1 - Schwarz - Rechts unten U65
  • Pin2 - Leer
  • Pin3 - Grau - Pin13 U62
  • Pin4 - Violett - Pin4 U68
  • Pin5 - Blau - Pin19 U63
  • Pin6 - Grün - Pin2 U63
  • Pin7 - Gelb - Pin19 U67
  • Pin8 - Orange - Pin12 U62
  • Pin9 - Rot - Pin9 U62
  • Pin10 - Braun - Pin3 U62
Falcon CPU Pins ablöten

Original-CPU deaktivieren

Falcon CPU

Dieser Schritt ist etwas heikel und kann den Falcon in die ewigen Jagdgründe schicken. Die Onboard-CPU zwischen den Pins des Expansionsport muss durch Ablöten der Pins 16 und 17 deaktiviert werden.

Falcon CPU Pin17 an Masse
Schwarze 32MHz Taktleitung zum AB040

Man nehme die Nadel, und schiebe sie von der Vorderseite zwischen Pins und CPU Gehäuse, und übe etwas Druck auf den Pin aus während man mit dem Lötkolben diesen erwärmt (siehe Foto). Dies wiederholt man an dem anderen Pin. Als nächstes prüft man ob beide Pins vom Lötpad getrennt sind und nirgendwo Kontakt geben. Nun muß noch Pin 17, das ist der Vordere, gegen Masse gelegt werden. Dazu nehme man ein Stück Litze, das bis zum Mainboard-Rand nach vorn reicht, und löte dies an Pin 17 an. Um alles etwas zu fixieren kann man das Kabel durch die Beinchen des Widerstandsnetzwerkes führen, und dann an den verzinnten Mainboard-Rand anlöten. Nun nochmals mit der Lupe prüfen ob alles in Ordnung ist.

Hinweis: Es kann sein dass die CPU zwingend entfernt werden muß, da manche CPUs auf Interrupts reagieren und so Probleme auf dem Bus erzeugen.

Aufstecken des AB040

Als nächstes diesen Jumper, der auf den Steckkontakten des Expansionsport steckt entfernen. Nun kann der AB040 auf den Steckplatz aufgesteckt werden, die Kabelpeitsche anstecken und fast fertig.

Nun ist da noch dieses schwarze Kabel, dies muß zu dem unteren rechten Lötpunkt rechts neben dem Clockchip geführt werden. Am besten auf diese Länge schneiden und anlöten.

Abschließende Arbeiten

Nach diesen Arbeiten empfiehlt es sich alles nochmals zu kontrollieren, im Zweifelsfall die Lupe nehmen. Nochmals darauf achten das der AB040 richtig gesteckt ist. Sollte alles als in Ordnung empfunden werden, dann kann der Falcon angeschlossen und eingeschaltet werden. Startet der Falcon ordnungsgemäß dann war der Umbau erfolgreich, wenn nicht dann sofort ausschalten und alles nochmals prüfen.


Software

Es gab noch die AB040-Toolkits, die aus verschiedenen Autoordner-Programmen und Accessories bestanden. Diese hatten die Aufgabe das Falcon TOS 4.04 für den MC68040 anzupassen, die MMU zu initialisieren und die 040-interne FPU als 68882 einzubinden, sowie die Caches zu konfigurieren oder ein und aus zu schalten. Für die NOVA-ATI-Mach64 konnte eine Anpassung vorgenommen werden, mit der man die Möglichkeit hatte 2 MB oder 4 MB Video-RAM auszuwählen. Anschließend wurde ein Reset ausgeführt und das im RAM angepasste TOS 4.04 ersetzte bis zum nächsten Kaltstart oder Ausschalten des Falcon das ROM-TOS.