C't Billiglösung

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Die c't Billiglösung war ein Projekt der Zeitschrift c't etwa im Jahr 1987-89. Es war ein Projekt, um vergleichweise billige PC-Festplatten an einem Atari zu betreiben. Die Hardware bestand aus anfangs einer, im Verlauf der Artikelserie auch zwei MFM- oder RLL-Festplatten, einem OMTI 5510 (MFM) oder OMTI 6510 (RLL) ISA-Festplattencontroller für den PC/XT und einem Adapter mit ein paar TTL-Chips, welcher die Umsetzung von ACSI/DMA auf ISA machte. Einen Haken hat die Sache allerdings: Ein Paralellbetrieb mit echten ACSI-Geräten, z.B. Atari Megafile, SLM-Laserdruckern oder Supercharger ist nicht möglich, da auf dem ACSI-Anschluß durch den benötigten Treiber kein SCSI-ähnliches Protokoll mehr lief, sondern irgendeine Schmalspur-ISA-artige Kiste. Logischerweise funktioniert das dann auch nicht mit den üblichen Festplattentreibern von Atari, ICD, HDDRiver oder so, sondern etwas eigenes. Bootfähig ist das Ding nur mit einem Trick: Auf einer speziell präparierten Bootdiskette befindet sich ein Bootsektor, in dem ein Programm steht, was die erste Spur einer angeschlossenen Platte auslesen kann - und dort liegt der eigentliche Treiber - für die erste von zwei möglichen Platten. Der Treiber für die zweite Platte liegt im Autoordner auf C: ... - ziemlich abenteuerlich, aber funktioniert. Geschwindigkeitsrekorde sind mit dieser Platte nicht zu erwarten, aber originell ist es alle Male!

An Festplattengrößen waren mit dem MFM-Controller üblicherweise bis zu 2x 40 MB, mit dem RLL-Controller üblicherweise bis zu 2x 60 MB möglich, wobei maximal 16 MB große Partitionen unterstützt werden. Größere MFM- bzw. RLL-Platten gab es kaum zu kaufen, obwohl das ST-506-Interface viel mehr Spuren und Köpfe unterstützte, als je in solchen Platten eingebaut wurden.

Anschluss der Festplatten am Controller: ST506-Basics

Einrichten der Platten:

  1. Lowlevel-Format, dabei müssen die Werte für Cylinder, Sektoren, Köpfe, Parkposition usw. aus dem Datenblatt der Platte übernommen werden.
  2. Partitionieren, wie erwähnt max. 16 MB pro Partiton. Vorsicht, da der Treiber der 1. Platte in Spur 0 liegen muss, erst ab Spur 1 Partitionen anlegen. Start und End-Zylinder einer Partion müssen mit den formatierten Parametern Cylinder, Spuren, Köpfe errechnet werden. Falls hier unsinnige Werte für Cylinder usw. angezeigt werden, muss der ACSI-zu-ISA-Adapter leicht modifiziert werden (siehe unten) und der Lowlevel-Format erneut durchgeführt werden.
  3. Rudimentären Treiber in Rootsektor legen.
  4. Boot-Diskette mit speziellem Bootsektor erstellen (Anleitung folgt)
  5. Treiber für zweite Platte in c:\auto legen, am besten als erstes.

Modifikation des Omti-Adapters bei störrischen Rechnern:

Bei einigen Rechnern treten Timing-Probleme an der DMA-Schnittstelle auf, die sich in Schreib-Lesefehlern äußern (typisches Symptom: unsinnige Werte für Zylinderzahl etc. beim Partitionieren). Abhilfevorschlag (aus c't 5/88 ): Pins 2 und 3 von IC4 (74LS08) aus der Fassung biegen, Pin 2 des ICs mit Pin 1 verbinden, die Anschlüsse 2 und 3 der Fassung verbinden. Damit wird das Gatter aus der /ACK-Leitung entfernt und die Signallaufzeit entsprechend verküürzt. In einigen Fällen muß darüber hinaus IC4 gegen den schnelleren 74ALS08 ausgetauscht werden (c't 4/88, S.12) - Derart modifizierte Adapter funktionieren mit allen STs, so dass die Modifikation generell zu empfehlen ist.