Atari Lynx II

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Der Lynx wurde ursprünglich von der Spielefirma Epyx entwickelt, die in erster Linie durch ihre Sportspiele für den Commodore C64 bekannt geworden war. Atari kaufte und entwickelte die Konsole zu Ende.

Es gibt zwei Varianten des Lynx: den Lynx Classic und den Lynx II. Der Lynx II unterscheidet sich vom Lynx Classic durch ein kompakteres Gehäuse, einen Schalter, um die Hintergrundbeleuchtung des Displays abzuschalten, und bei neueren Stereo-Sound am Kopfhörerausgang.

Die grafischen Möglichkeiten, die der Lynx bot, waren seinerzeit für ein Handheld revolutionär. Der Flüssigkristallbildschirm des Lynx verfügte über eine Auflösung von 160×102 Pixeln und konnte 16 Farben aus einer Palette von insgesamt 4096 Farben darstellen. Der Bildschirm verfügte über eine Hintergrundbeleuchtung, so dass auch in völliger Dunkelheit gespielt werden konnte. Die Darstellungsqualität des LC-Displays ist aber mit heutigen Farbdisplays – wie sie bspw. in Mobiltelefonen oder den tragbaren Konsolen von Nintendo und Sony verbaut werden – nicht vergleichbar. Der Kontrast war nach heutigen Maßstäben schwach und die Betrachtungswinkel sehr eng.

Der Lynx beherrscht Hardware-Scrolling und -Sprites und besitzt einen Grafik-Chip (oft fälschlicherweise als 3D-Chip bezeichnet), der Rastergrafiken rotieren und skalieren kann. Mit einem Knopfdruck lässt sich die Konsole auf Linkshänder-Betrieb umschalten. Das Bild und die Belegung des Steuerkreuzes werden dann um 180 Grad gedreht. Bis zu acht Lynx-Konsolen können für Multiplayer-Spiele über den so genannten ComLynx-Port zusammengeschlossen werden. Mit frischen Batterien bietet der Lynx vier bis fünf Stunden Spielspaß. Der hohe Batterieverbrauch rührt in erster Linie von der Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms her. Von Atari gab es einen Adapter für den Zigarettenanzünder, um auf langen Autofahrten die Batterien (und die Nerven der Eltern) zu schonen.

Die meisten Spiele für den Lynx sind Umsetzungen klassischer Atari/Midway-Automaten, daneben bietet die Konsole aber auch sehr gute Umsetzungen von Computer-Spielen wie zum Beispiel Lemmings. Bis heute entwickeln Heimentwickler Spiele für die Konsole. Die Spiele werden auf Speicherkarten (Gamecards) gespeichert.

Der Lynx erschien am 11. Oktober 1989, also fünf Monate nach dem Nintendo Game Boy, erreichte jedoch aufgrund des hohen Preises, des hohen Batterieverbrauchs, der vergleichsweise voluminösen Abmessungen und nicht zuletzt des schlechten Marketings seitens Atari nicht ansatzweise dessen Verkaufszahlen. Zudem fehlten bekannte Top-Spiele wie Super Mario für den Lynx. Es existiert aber noch immer eine Fangemeinde, die weiter für den Lynx entwickelt.

Technisch gesehen wurde der Lynx erst vom Gameboy Advanced technisch überholt der 2001 veröffentlicht wurde. Somit war 12 jahre lang der Lynx das technisch beste Handheldsystem. Es gab zwar tragbare Versionen von Heimonsolen, diese kann man aber nicht als Vergleich heranziehen, da diese nicht speziell als Handheld entwickelt wurden und nicht mehr als die Konsolenhardware mit integriertem Bildschirm waren.

Zubehör:

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