Atari ATW 800

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Die ATW 800 (Atari Transputer Workstation) enthält eigentlich zwei Computer in einem Gehäuse. Zum einen einen abgewandelten Atari Mega ST als I/O Rechner und dazu den eigentlichen Transputer-Rechner. Der ST Rechner, welcher auf einer eigens für die ATW 800 gestalteten Platine untergebracht war, hatte wie der Atari TT einen LSI 5380 SCSI-Controller und fungierte als Eingabeterminal und stellte die SCSI-Platte dem Transputersystem zur Verfügung. Die ATW mit ihren Inmos T800 Transputer-Prozessoren macht die Hauptarbeit.

Transputer.jpg

Die ATW bestand in der Basiskonfigruation aus einem Board mit einem INMOS T-800 Prozessor, was den eigentlichen Transputer darstellt, und den von Atari entwickelten "Blossom" Grafikchip, welcher später im Spielekonsole-Projekt Panther wieder verwendet werden sollte. Die Transputer-Hauptplatine konnnte über vier Steckkarten mit jeweils vier weiteren Transputer-Prozessoren auf insgesamt 17 CPUs aufgerüstet werden. Die Kommunikation der Transputer-Prozessoren erfolgte untereinander über sogenannte Transputer-Links, was eine serielle Hochgeschwindigkeitsverbindung war. Die ATW 800 hatte auch zwei externe Transputer-Links, über die bis zu 15 ATWs zu einem logischen Systen zusammengeschaltet werden konnten. Im Extremfall konnte man also theoretisch auf 15x17 CPUs zurückgreifen.

Die ATW arbeitet mit dem Betriebssystem HELIOS, welches von Perihelion geschrieben wurde (von der Firma stammt auch das Amiga OS). INMOS hatte eine eigene Programmiersprache namens OCCAM entwickelt, die speziell auf die Parallelisierung von Prozessen und Computerprogrammen ausgelegt war. Richtig Spaß machte die ATW erst mit den Zusatzkarten mit weiteren Prozessoren.

Die ganze Maschine kam 1987 auf den Markt, hielt sich aber nicht lange. Es wird geschätzt, daß bis zum Ende 1991 weltweit nur 250 Exemplare verkauft wurden. Die Universität Braunschweig setzte einige ATW 800 ein, um darauf die Flugbewegungen eines Flugplatzes zu simulieren. Weitere Systeme wurden in Deutschland an der Uni Wiesbaden und von Polaroid eingesetzt. Ursprünglich hieß der Transputer ABAQ, jedoch wurde der Name gewechselt, da Atari einem Rechtsstreit aus dem Weg gehen wollte.

Um 1990 war außerdem angedacht, eine Transputer-Box in einem Megafile ähnlichen Gehäuse als Erweiterung für normale Atari ST Computer zu entwickeln, die über den DMA-Bus angeschlossen wird. Doch diese Idee wurde nicht weiter verfolgt. Auch für den Commodore Amiga 2000 gab es eine Transputer-Erweiterung, welche unter Helios lief. Transputer-Links gab es auch als Bausatz der Zeitschrift c't als DMA-Hostadapter für den Atari ST.

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